RAGE - Speak Of The Dead Satte drei Jahre haben sich Peavy & Co. seit dem 2003er Output "Soundchaser" Zeit gelassen, ein neues Studioalbum einzuspielen. Eine kleine Sensation, wenn man bedenkt, dass in der zwanzigjährigen Bandgeschichte ansonsten fast pro Jahr ein Album erschien. Mitnichten waren die drei Jungs aber in der Zeit untätig – gab es doch schließlich 2004 zunächst das gefeierte Livealbum "From The Cradle To The Stage" – und danach begann direkt die Arbeit am jetzt vorliegenden Werk "Speak Of The Dead". Und – man darf das Fazit hier bereits vorweg nehmen: Das Warten hat sich mehr als gelohnt! "Speak Of The Dead" präsentiert sich zweigeteilt – just wie es MANOWAR Anfang der Neunziger mit dem (übrigens auch achtteiligen) "Achilles" vorgemacht haben, besteht die erste Hälfte des Albums aus dem achtteiligen Monumentalwerk "Suite Lingua Mortis", welches arg klassisch ausgerichtet ist und zu großen Teilen orchestral besetzt und instrumental dargeboten wird.
Tönt der Opener "Morituri Te Salutant" noch einen kleinen Hauch synthetisch, so weicht dieser Eindruck alsbald – und spätestens, wenn Peavy bei Track 3 "Innocent" die Stimme in gewohnt kraftvoller Weise erhebt, gibt es kein Halten mehr. Ausnahmegitarrist Viktor Smolski und der wilde Drum-Derwisch Mike Terrana zimmern durchweg ein massives Soundbrett, dass zwar die Abstammung zum "Lingua Mortis"-Album permanent durchblicken lässt, aber insgesamt die zwei/drei Ticks härter rüberkommt, die viele Fans beim damaligen Material vermissten. Die zwischengeschobenen (kurzen) Instrumentalparts nehmen zwar weitestgehend den Drive wieder heraus – so beispielsweise "Depression" oder "Black", jedoch fügen sich auch diese vom weißrussischen Symphonieorchester Minsk eingespielten Passagen stimmig in das Gesamtwerk ein. Am ehesten erinnert noch der die Suite abschließende Titel "Beauty" in seinem ruhigen Fluss an "Lingua Mortis".

Die zweite Hälfte des Albums ist durch und durch "RAGE pur" – eine progressive Riffgranate jagt die nächste – angefangen beim extrem flotten "No Fear" über das nicht minder schnelle und sogar noch eingängigere "Soul Survivor" bis hin zum aggressiven Vorzeigetitel "Kill Your Gods" – hier zeigen Peavy & Co., dass sie trotz der klassischen Ambitionen der ersten Hälfte mitnichten "ruhig" geworden sind und noch genauso "auf die Zwölf" knüppeln können, wie zu besten "The Missing Link" oder "Black In Mind"-Zeiten.

Die verbleibenden Songs verteilen sich auf das enggesteckte Uptempo-Spektrum, wobei "Turn My World Around" (für RAGE-Verhältnisse) noch den "Ruhepol" darstellt und "Be With Me Or Be Gone" zur straighten Speedgranate mutiert.

Den Titeltrack heben sich RAGE für den Schluss auf – getreu dem Motto "Das Beste zum Schluss" – Victor Smolski brilliert ein weiteres Mal und der Track will einfach nicht mehr aus dem Ohr.

"Speak Of The Dead" zeigt, dass RAGE auch nach über 20 Jahren immer noch steigerungsfähig sind – und das auf höchstem Niveau. Wie schon der Vorgänger "Soundchaser" 2003 ist das aktuelle Album in diesem Jahr bislang die absolute Empfehlung!

Note: 9,5 / 10

Anspieltipps: "No Fear", "Kill Your Gods", "Speak Of The Dead"

VÖ: 24.03.2006

Spielzeit: 53:10 min
Titel: 15
Label: Nuclear Blast

(Naglagor)
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