RobZombie News smallcoverDa wäre er nun also endlich, der erste ROB ZOMBIE-Konzertfilm. Bis auf „The Zombie Horror Picture Show", der am 16.05.2014 veröffentlicht wird, gibt es von dem "Quentin Tarantino der Musikindustrie", wie ich ihn einst nannte, nämlich noch keinen Konzertmitschnitt. Leider schafft er es mit seinem ersten Konzertfilm nicht auf Anhieb zu überzeugen, dazu ist zum einen der Sound nicht „dicht" genug, und des Weiteren stellt der Konzertfilm ein einziges Effekt- und Schnittmassaker dar.

ROB ZOMBIE ist zweifelsohne ein sehr guter Regisseur, das hat er mit Filmen wie „Haus der 1000 Leichen" und „The Devil´s Rejects" bereits gekonnt unter Beweis gestellt. Doch obwohl mir sein letzter Film „The Lords Of Salem" zu kunstvoll geraten war und dadurch nicht wirklich gefiel, hätte ich bei „The Zombie Horror Picture Show" eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich enttäuscht sein würde. Leider ist dies aber der Fall, denn nachdem der Abspann zu sehen ist, bleibt irgendwie das Gefühl, dass man „alles" und gleichzeitig „nichts" gesehen hat. Ich kann an dieser Stelle natürlich nur spekulieren, aber ich behaupte einfach mal, dass es nicht unbedingt die beste Wahl war, dass Mr. Zombie selbst die DVD zusammengeschnitten hat. Wie einst Steve Harris bei IRON MAIDENs „Rock in Rio" nachträglich zugab, ist der Konzertfilm dadurch viel zu hektisch geraten. Denn ROB ZOMBIE scheint wirklich alle Ereignisse des zweifellos coolen Konzertes zeigen zu wollen. Dadurch wiederum verläuft er sich in viel zu vielen Schnitten und der Zuschauer kann kaum Eindrücke des Konzertes aufnehmen. Vielmehr verfällt man in eine Hektik, die für ein solches Konzert vermutlich schon irgendwie passend ist, aber einen Konzertfilm schaue ich mir üblicherweise aus anderen Gründen an. Beim GREAT FUNK RAILROAD-Cover „We´re An American Band" übertreibt es der Gute dann maßlos, und die Schnitte scheinen sich förmlich zu überschlagen.

Doch genug von den Schnitten, schließlich stellen diese zum großen Teil auch Geschmackssache dar. Manch einer möchte genau das, wenn er sich einen Konzertfilm anschaut, denn immerhin bekommt man auf diese Art ein wenig das Gefühl, hautnah dabei zu sein. Wenn man allerdings keine Gelegenheit dazu bekommt, sich irgendetwas genau anzuschauen, geht dieses Gefühl auch verloren. Leider reichen ROB ZOMBIE aber nicht nur die vielen Schnitte aus, denn auch an den eingesetzten Bildeffekten wurde nicht gespart. Fast jede Einstellung des Films bekommt einen eigenen Effekt spendiert, was das Konzerterlebnis noch weiter schmälert. Einige Effekte wie z.B. der Splitscreen verschafft dabei ein klein wenig Ruhe, andere Effekte kommen hingegen gar nicht gut an. So werden einige Bilder zum Beispiel stark verpixelt dargestellt, was ich ehrlich gesagt nur störend und nervig finde. Die vielen Effekte, die bei den Bildern zum Einsatz kamen, wären besser beim Sound eingesetzt worden, denn neben den bereits genannten Kritikpunkten kommt auch der Sound nicht sonderlich gut daher.

Insgesamt klingt dieser viel zu drucklos, und bei fast jedem Song fehlen die von der Platte bekannten Overdubs und Effekte. Nun muss ich gestehen, dass ich ROB ZOMBIE nur ein einziges Mal auf einem Festival live gesehen habe und somit nur schlecht beurteilen kann, ob dies bei Konzerten ebenfalls der Fall ist. Auf „The Zombie Horror Picture Show" kommen die einzelnen, von Band eingespielten Synthesizer jedenfalls viel zu drucklos aus den Boxen, und man hat somit ständig das Gefühl, dass etwas fehlt. Obendrauf kommt dann noch die Tatsache, dass ROB ZOMBIE selbst viele Wörter „verschluckt" und das Publikum singen lässt, welches man aber auch nicht hört. Das auf Platte wirklich grandiose „Ging Gang Gong De Do Gong De Laga Raga" verliert dadurch fast vollständig an Power , und auch mein geliebter Break gegen Ende des Songs wird einfach übergangen. Dabei ist die Songauswahl des insgesamt knapp 80-minütigen Konzertes wirklich gelungen und lässt kaum Wünsche offen. Als weitere „positive" Punkte lassen sich noch das hautnahe Konzerterlebnis und die wirklich vielen blankgezogenen Damen anbringen. Ansonsten kann ich aber leider nicht sehr viel Gutes über den ersten Konzertfilm von ROB ZOMBIE sagen. Über das fehlende Bonusmaterial (lediglich eine Galerie wurde spendiert) und die kurze Spieldauer möchte ich mich an dieser Stelle erst gar nicht beschweren.

Die Show von ROB ZOMBIE ist hingegen absolut umwerfend, und daran lässt sich trotz der vielen Kritikpunkte nicht rütteln. Ich kenne kaum eine Band, die einen derart großen Aufwand für ihre Shows betreibt. Da passt wirklich alles, und es wirkt wie ein einziger großer Horror-Zirkus mit grandioser Musik. Die einzelnen Elemente einzeln aufzuzählen würde hier sicherlich den Rahmen sprengen, alleine das riesige Radio bei „Dead City Radio And The New Gods Of Supertown" ist absolut fantastisch. Schade nur, dass die vielen Schnitte zwar alle Showelemente zeigen, aber oftmals eben nur im Bruchteil einer Sekunde. Durch die Show wird „The Zombie Horror Picture Show" jedenfalls nicht zum Totalausfall. Die Konzertaufnahmen selbst stammen von zwei Konzerten in Texas vom 03. und 04. August 2013, und durch die vielen Bildausschnitte aus dem Publikum bekommt man auch einen Eindruck davon, welchen Spaß die Besucher hatten.

Von einem Regisseur wie ROB ZOMBIE hätte ich wirklich mehr erwartet, als diese stark verschnittene Version eines Konzertes, eventuell sind meine hohen Erwartungen aber auch genau das Problem. Fans sollten daher auf jeden Fall einen Blick auf „The Zombie Horror Picture Show" werfen, und all diejenigen, die sich nicht an extrem schnellen Schnitten und zu vielen Effekten stören, werden sicherlich ihren Spaß haben. Die „Hektikhasser" sollten jedoch einen ganz großen Bogen um „The Zombie Horror Picture Show" machen und sich lieber auf ein Konzert von ROB ZOMBIE begeben. Sofern sie dort dann nicht ständig von links nach rechts und hoch und runter springen, ist es eventuell sogar möglich, ziemlich viele Eindrücke der rasanten Show einzufangen. (Pascal)


Bewertung: 5 / 10

Anzahl der Songs: 18
Spielzeit: 81 min
Label: Universal Music
Veröffentlichungstermin: 19.05.2014

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015