princesschelsea thegreatcyberneticdepressionAls ich zum ersten Mal etwas von PRINCESS CHELSEA gehört habe, war mein erster Gedanke, ist das die Zwillingsschwester von LANA DEL REY und mein zweiter Gedanke war, die will ich gerne kennenlernen; so bin ich auf „The Great Cybernetic Depression" aufmerksam geworden, ein Album mit einem sehr interessanten Titel.

Hinter PRINCESS CHELSEA, das ist natürlich ein Künstlername, verbirgt sich die neuseeländische Sängerin Chelsea Nikkel, über die gar nicht so viel bekannt ist, hervorgehoben wird gerne, dass die junge Dame 2012 mit ihrem seltsamen Video zu „The Cigaret Duet" eine ganze Menge Aufrufe bei einem großen Videoportal geschafft hat. Den großen Durchbruch hat Chelsea Nikkel bis dato noch nicht gelandet, das ist auch gar nicht so einfach, denn die Musik der Sängerin ist recht unkonventionell, nicht direkt zugänglich und das Maß an depressiver Musik scheint bereits durch LANA DEL REY ausgeschöpft zu sein.

Stilistisch bewegen wir uns hier in Regionen des Space Pop, Indie Pop oder von mir aus auch Art Pop, also grundsätzlich kann man damit eine ganze Menge an Menschen ansprechen, diese müssen eben nur auf PRINCESS CHELSEA aufmerksam werden. Die Musik wird grundsätzlich getragen von ganz vielen Keyboardklängen und am Computer programmierten Tönen, ab und an wird auch eine Gitarre oder ein Schlagzeug eingesetzt, wenn es nach mir ginge könnte dieses „Space Pop"-Konzept ruhig noch dynamischer, echter und greifbarer umgesetzt werden. Im Mittelpunkt der Songs steht natürlich die helle, hohe und leicht piepsige Stimme der Sängerin, alles andere wäre auch merkwürdig.

Die Sache funktioniert in der ersten Albumhälfte auch ganz wunderbar. Das nur von einer spartanischen Pianomelodie getragene „When The World Turns Grey", später gesellt sich ein leichtes Gitarrenlead hinzu, ist ein perfekter Opener. Auch das folgende Duett „Is It All Ok?", bei dem mir besonders der Text gefällt, hat eine individuelle Note und ist sehr gut gemacht. „No Church On Sunday" ist dann das Herzstück des Albums und nicht umsonst als erste Single ausgewählt worden, obwohl das Stück einen schaurig, traurig, düsteren Eindruck hinterlässt, aber das sehr erfolgreiche „Born To Die" war 2012 auch keine „Happy Feeling"-Nummer.

Das dezent rockige „Too Many People" sowie das wiederum sehr melancholisch gehaltene „We Are Very Happy" (schöne Selbstironie) gehen auch beide noch in Ordnung, aber bereits hier merkt man, dass sich PRINCESS CHELSEA, besser gesagt ihr zweites Album „The Great Cybernetic Depression" auf dem absteigenden Ast befindet. Das ausdruckslose Instrumental „Winston Crying On The Bathroom" leitet ein Schlussdrittel ein, welches leider nicht mehr das Hitniveau des Anfangs halten kann. „We Are Strangers" und „We're So Lost" können im gesamten Konzept einfach keine neuen Akzente mehr setzen, zu viele inhaltliche und musikalische Doppelungen sind irgendwann eben zu viele, immerhin der Albumabschluss „All The Stars" wirkt versöhnlich, sozusagen die Metapher für das Licht am Ende des Tunnels.

„The Great Cybernetic Depression" ist alles in allem eher ein Album für die ruhigen Stunden, das besser alleine und einsam funktioniert als im Rahmen einer Gruppendynamik. Ich persönlich kann es empfehlen. (Maik)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 44:00 min
Label: Flying Nun/Cargo
Veröffentlichungstermin: 05.06.2015

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