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Magnum - Princess Alice And The Broken Arrow Es soll ja abergläubische Leute geben, denen die Zahl 13 nicht geheuer ist. Was macht man, wenn man MAGNUM heißt und schon zwölf Alben unters Volk gebracht hat? Die britische Formation um Ausnahmeshouter Bob Catley ist erfreulicherweise nicht abergläubisch und legt mit „Princess Alice And The Broken Arrow“ zwar einen etwas sperrig klingenden Titel, aber drei Jahre nach „Brand New Morning“ endlich wieder ein neues Album vor.

Waren die beiden letzten Werke nach der Reunion von den altgedienten Fans eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden – „behutsam modernisierter Sound? Gott bewahre!“ – schicken sich MAGNUM nun an, wieder mehr die bewährte Richtung Bombast/Pomp einzuschlagen. Und was hauen die Herren einem für einen Sound um die Ohren – direkt der Opener „When We Were Younger“ entfaltet trotz seiner gemächlichen Grundstimmung eine Power, die fast nur von der nachfolgenden Jahrhundert-Ohrwurmgranate „Eyes Wide Open“ gesteigert werden kann. „Like Brothers We Stand“ kommt danach viel zu seicht rüber und braucht zu viel Anlaufzeit, da erfrischt das herausragende „Out Of The Shadows“ wieder mit der genialen Kombination aus Catleys Vorzeigestimme und den Songwritingfähigkeiten eines Tony Clarkin (Gitarre) – schon wieder ein Track, der sich im Gehörgang festsetzt. Da ist die Nummer schon sieben Minuten lang und trotzdem ist sie viel zu schnell vorbei.

Ein Hauch zu synthielastig-fröhlich kommt „Dragons Are Real“ daher, fast fühlt man sich an alte FOREIGNER erinnert. Da überzeugt „Inside Your Heart“ wieder um Längen mehr – und das, obwohl es sich hier um eine Ballade handelt. Catley singt sich derart gänsehauterzeugend regelrecht auf den Olymp. Und im Anschluss daran rocken die Fünf mit „Be Strong“ wieder mächtig ab. „Thank You For The Day“ verzieht sich daraufhin in gemäßigte Midtempo-Gefilde, aus denen man mit dem zunächst fast AC/DC-lastigen-Eingangsriff von „Your Lies“ wieder ausbricht. Noch einmal der Wechsel zu ruhigeren Tönen bei dem erneut äußerst charismatischen „Desperate Times“, bevor zum Abschluss mit „You´ll Never Sleep“ der flotteste und rockigste Track des Albums geboten wird.

MAGNUM haben nichts verlernt – ob die Rückbesinnung auf alte Stärken wirklich auf die Fankritik der letzten beiden Alben zurückzuführen ist, sei mal dahin gestellt, Fakt ist aber, dass „Princess Alice And The Broken Arrow“ das beste MAGNUM-Album seit langem ist und sich auch hinter bereits für die Ewigkeit vorgemerkten Meilensteinen wie „On A Storyteller´s Night“ nicht wirklich zu verstecken braucht. Apropos – für das aktuelle Coverartwork hat man wie bei „On A Storyteller´s Night“ (was ja immerhin von 1985 datiert) erneut Rodney Matthews verpflichtet, der mit seinem Werk das Album noch einen Touch mehr veredelt.
Insgesamt gilt: Melodic Rock allererster Güte - und das auf ausgiebigen 62 Minuten!

Note: 9,0 / 10

Anspieltipps: „Eyes Wide Open”, „Out Of The Shadows”, „Your Lies“

VÖ: 23.03.2007

Spielzeit: 62:36 min.
Titel: 11
Label: SPV / Steamhammer

(Naglagor)
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