Accuser The MasteryGanze zehn Jahre lang standen ACCUSER ganz vorne, wenn es um deutschen Thrash ging. Währenddessen erlebte man auch Aufstieg und Untergang verschiedener Spielarten von Thrash, der vom traditionellen Ursprung auf eine neue, moderne Machart erweitert wurde. Auch wenn man diesen Trend mitmachte, ergab sich dann 1996 keine Perspektive mehr, und die Musiker gingen getrennte Wege, allerdings ohne ans Aufgeben zu denken. Nach 12 Jahren Pause kehrte man dann wieder zurück und präsentierte wenig später sogar ein neues Album. Auch wenn diese Maschinerie weiterhin konstant lief, so lag der Schwerpunkt der Band doch in ihrer Live-Präsenz.

Seit ihrem Meilenstein „The Forlorn Divide“ übernahmen Metal Blade die Vermarktung der Band, der es mittlerweile wieder richtig gut geht, seit sie SCARTRIBE wieder zu ACCUSER machten. Ihre Wurzeln haben sie seitdem auf keinen Fall vergessen, wenngleich auch das neue Album „The Mastery“ alles andere als altbacken klingt. Sehr modern und druckvoll produziert in der deutschen Studiohochburg Gernhart hauen einem die zehn Songs mit aller Kraft in die Front. Dabei gelingt ihnen der Spagat zwischen alter und neuer Ära durchaus, wenn auch nicht ohne Abstriche.

„The Mastery“ wirkt authentisch und zeitgemäß zugleich, auch wenn manchmal der Aggressivitätsfaktor meines Erachtens unnötig hoch geschraubt wird. Es lässt sich auch kaum leugnen, dass es sich hierbei um eine deutsche Band handelt, denn Frank Thoms kann bei seiner gesanglichen Darbietung seine Muttersprache nicht leugnen. Aber auch dieser Umstand macht die Scheibe nur sympathischer und klassischer.

Dennoch muss ich den Songs eine gewisse Eintönigkeit nachsagen. Große Überraschungen gibt es nicht, und so ziehen sich die immerhin über 50 Minuten Spielzeit schon ein wenig, zumal die Mehrheit der Songs im Midtempo angesiedelt ist. Auch wenn man die Stilistiken von Bands wie ONSLAUGHT und DESTRUCTION vermischt, so bleibt eine gewisse Langatmigkeit nicht aus. Oft genug wird man dafür aber mit kleinen feinen Soli des Nesthäkchens an der Leadgitarre Dennis Rybakowski entschädigt, der die Musik unweigerlich aufwertet und sich eben nicht auf gewohntes Floyd-Rose-Gejammer stützt.
Etwas weniger teutonisch und mehr Abwechslungsreichtum sollten die Band aber auch in den kommenden Jahren weiterbringen und den Namen ACCUSER für lange Zeit positiv in Erinnerung behalten. (Jochen)

 


Bewertung:

Jochen7,0 7 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 50:31 min
Label: Metal Blade Records
Veröffentlichungstermin: 26.01.2018

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