beastfest-tour-2009-plakat.jpgDas BEASTFEST 2009 - ein fettes Package, welches dem Freund moderner Core-Klänge ein opulentes Mahl bieten konnte: Mit EMMURE und AFTER THE BURIAL waren zwei in Europa noch recht unbekannte Bands mit am Start; MAROON und CALIBAN spielen sich nach wie vor den Hintern in deutschen Landen wund und SUICIDE SILENCE galt eine ganz besondere Aufmerksamkeit - die Shirtdichte dieser Band bei den Kids auf vielen anderen relevanten Veranstaltungen haben mich desöfteren nachdenklich gemacht: Wieder nur ein Trend, diese Band gut zu finden oder sind diese Burschen live genauso stark wie auf Konserve und haben die Aufmerksamkeit verdient?
Nun, um mir persönlich diese Meinung bilden zu können, fuhr ich (Urlaub sei Dank!) an einem ungemütlichen Montag Abend nach Aschaffenburg ins Colossaal. Diese Location wurde zwar bereits desöfteren von NECKBREAKER besucht, jedoch in Funktion von Rainer und Maik eher für klassische bis progressive Rock-Klänge.
An diesem Abend sollte das Publikum aber erwartungsgemäß grundlegend anders sein: Der Altersdurchschnitt lag bei maximal 20; viele U16-Kids mussten mit Aufsichtspersonen aufkreuzen und die Einlasskontrolle wurde durch strikte Ausweis-Sichtung aufgestockt.
So war die Warteschlange bei meinem Eintreffen schon recht lang und ich verpasste die erste Band des Abends, AFTER THE BURIAL - Dumm gelaufen!

Dafür war danach genügend Zeit, sich zu akklimatisieren und den Auftritt von EMMURE dann in voller Länge konzentriert begutachten zu können. Und die New Yorker Jungs machten ihre Sache wirklich gut! Ihr leicht progressiv-angehauchter, aber dennoch sehr massiver Sound brauchte zwar ein paar Tracks bei den Leuten vor der Bühne, um warm mit dem Materail zu werden, wurde aber gegen Ende abgefeiert - "Bars In Astoria", "Sound Wave Superior" und der Titeltrack des aktuellen "Felony"-Albums waren gute Anheizer für die nachfolgenden Bands. Auch "R2 Deepthroat" sorgte mit dem R2D2-Gefiepse als Sample für einige Lacher. Nicht übel, aber auf Dauer doch ein wenig monoton.

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Zu MAROON brauch ich eigentlich nicht mehr viel zu sagen: Wie immer hatten die Nordhauser mächtig Spass in den Backen und trieben auch den Colossaal zum ersten Mal zu Höchstleistungen an. "The Worlds Havoc" und "If I Lose, Welcome Annihilation" öffneten den Pit und fand beim vielumjubelten "Stay Brutal" wie so oft seinen ersten Höhepunkt. Von der Bein-Verletzung André´s war nichts zu spüren, er agierte so gut es ging auf der engen Bühne, war um regen Publikumskontakt bemüht und wie immer zu derben Späßen aufgelegt ("Ich will einen Circle Pit so groß wie mein Arschloch!"). Seinem Bruderherz verstimmte er gar die Gitarre, was dieser aber weniger lustig fand und die eh schon recht knapp bemessene Spielzeit danach mit Neutunen der Gitarre verschwenden musste.
Mit "Shadow Of The Vengeance" und "Watch it All Come Down" wurden dann unbekanntere, ältere Stücke präsentiert, bevor sich mit "Reach The Sun", "This Ship Is Sinking" und natürlich "Wake Up In Hell" die Stimmung gegen Ende wieder dem Siedepunkt näherte - alles in allem einmal mehr ein sehr gelungener Auftritt von MAROON, von denen ich nach wie vor nicht genug bekommen kann!

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Dann die mit Spannung erwarteten SUICIDE SILENCE, die ihren Vorschusslorbeeren tatsächlich mehr als gerecht wurden. Schon beim nach dem Intro erklingenden "Wake Up" war ich von der Brachialität der Combo aus Kalifornien beeindruckt - das rumpelte echt wie auf Konserve! 
Handwerklich und soundtechnisch auf oberstem Niveau kloppten die fünf Maniacs ihre vertonten Psychokiller-Tracks einen nach dem anderen erbarmungslos heraus; der Fokus lag dabei logischerweise auf dem aktuellen Output "No Time To Bleed" von dem neben dem Titeltrack noch "Disengage" (Killertrack!), "Wasted", "Lifted" und "Smoke" auf der Playlist zu finden waren - "Suffer" hätte ich mir sicherlich noch gewünscht, aber dafür waren mit "Bludgeoned To Death", "Unanswered" und das vielfach gefordete "No Pity For A Coward" mit der Schlagzeile "Pull The Trigger Bitch!" noch ältere Stücke zu spielen.
Ein wirklich fetter Batzen, der hier zu verdauen war - lediglich das Stageacting kam ein wenig steif und zu routiniert herüber; die Zwischenintros verhinderten hier die Spontanität, was der Show sicherlich gut getan hätte. Dennoch gehört SUICIDE SILENCE auch live zu dem Besten, was der Death Core zu bieten hat.

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Für so manchen war der Abend an diesem Punkt bereits gelaufen, obwohl der Headliner CALIBAN noch keine Note gespielt hatte. Aber dennoch konnten die Essener auf eine amtliche Crowd zurückgreifen und ihr neues Album "Say Hello To Tragedy" im geeigneten Rahmen live vorstellen. Und hierzu wurde die Playlist gehörig durchgewürfelt - manche früheren Standardsongs wie "I Rape Myself" oder "Song About Killing" machten für die neuen Tracks wie "No One Is Safe", "Love Song" oder dem Knaller "24 Years" Platz.
Keine schlechte Wahl wie ich finde, denn so konnte ich beim geschätzten fünften Mal CALIBAN für dieses Jahr ein wenig Neues entdecken, musste aber dennoch vorzeitig die Segel streichen - zweieinhalb Stunden Heimfahrt sollten nicht allzu übermüdet angetreten werden.

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Alles in allem also ein Abend, für den sich auch die alleinige weitere Anfahrt gelohnt hat.
An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an die Jungs aus Darmstadt (?), die mich in Aschaffenburg in die Nähe der Location und an einen super Parkplatz gelotst haben - ihr habt was gut bei mir!

Keine Grüße vom "Assi" gehen an den älteren Herren mit der roten Brille, der mich wegen der angeblichen Sichtversperrung im Fotograben dumm anmachte - eine Nachberichterstattung ist nämlich meiner Erfahrung nach erwünscht und bringt keinen zum Heulen, wenn man drei Lieder lang Bilder aus dem Fotograben heraus macht. Geh Kacken, Junge!

Mehr Bilder somit wie immer wie gewohnt in der Galerie (Brix)

 

 

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